Was bedeuten Träume

Will man Traumdeutung wissenschaftlich angehen, ist der Blick auf den Prozess des Träumens wichtig. Während der Wachzeit wird das Gehirn mit vielen Millionen Informationen von den Sinnesorganen bombardiert. Ein neu geborenes Baby kann diese Informationen noch nicht filtern und nimmt alle gleich bedeutsam auf. Denn das Gehirn ist in erster Linie darauf fixiert, Gefahren zu erkennen. Das ist am Anfang sehr anstrengend und sobald das Baby genug Informationen aufgenommen hat, schläft es ein und verarbeitet diese. Denn im Schlaf werden die Informationen geordnet, gewichtet und mit vergangenen Sinneseindrücken verglichen. Dabei entstehen Verbindungen, die – wenn erstmal gefestigt – vernachlässigt werden können.

Was heißt, dass sie zum Teil im nicht bewussten Handeln und Denken verschwinden. Ein Hammerschlag oder das Gefühl zu sitzen oder sogar ein Lachen als Beispiele mögen das erste Mal fremd, sogar bedrohlich sein. Wenn das Gehirn sie aber kennt und als nicht weiter bedrohlich einstuft, kann eine Neuordnung stattfinden: der Hammerschlag ist bestenfalls nervig, das Gefühl zu sitzen passiert von selbst und das Lachen ist positiv. All diese Dinge sind bereits mit Emotionen besetzt und können abgehakt werden. Sie sind bei einem Erwachsenen bereits eingeordnet. Aber diese Eindrücke werden stets neu verarbeitet und ständig mit Erfahrungen abgeglichen. Denn das Gehirn möchte erkennen, wann eine Situation zur Gefahr wird. Was es dann tut im Traum.

Besonders brisant sind Erfahrungen, die eindeutig negativ verknüpft sind. Und genauso gefährlich ist es, wenn sie gar nicht verknüpft sind. Im Amazonas essen sie Schlangen, die haben auch öfters welche gesehen. Wenn jemand dort von Schlangen träumt, vielleicht hat er schlicht Hunger. Für Europäer jedoch ist die Schlange mit einer Mischung aus „negativ“ und „gar nicht“ verknüpft. Aus Mangel an persönlicher Erfahrung werden im Traum alle möglichen Assoziationen gesucht, nacheinander abgeklappert und mögliche Szenarien durchgespielt. Und zwar alle möglichen Szenarien. Das können Filme sein, eingeprägte Vorstellungen von „eingeengt sein“, Vergiftungsszenarien. Vielleicht biblisch geprägte Vorstellungen von Hinterhältigkeit, oder alles, was mit Zischen in Verbindung gebracht wird.

Je nach persönlichem Zustand kann sogar die längliche Form sexuell interpretiert werden. In der klassischen Traumdeutung kommt noch eine mögliche schlüpfrige Situation dabei heraus. Ferner steht die Schlange für Triebe, Instinkte und verborgene Gefühle. Dunkle Geheimnisse, ein Verrat kann das Thema sein, die Häutung der Schlange kann auf einen Wandlungsprozess hindeuten, eine Neuerung.

Ist der Eindruck „Schlange“ irgendwie für das Gehirn interessant geworden, wird es aktiv. Wie eine emsige Krake klappert das Gehirn im Traum alle Schubläden ab, die auch nur entfernt damit zu tun haben könnten. Sie führt wie an einem Diaabend alle möglichen Szenarien vor, damit wir vorbereitet sind.

Dafür sind Träume da. Damit wir empfangsbereit und mit Erfahrungen vertraut in einen neuen Tag starten können – mit der Zuversicht, ihn wohlbehalten zu meistern.

Quelle: www.traumdeutung.de

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